Kleiner Fotobuchratgeber (Im Test: Das Fotobuch von Saal Digital)

Kleiner Fotobuchratgeber (Im Test: Das Fotobuch von Saal Digital)

Heute berichte ich über meine Erfahrungen mit dem Fotobuch von Saal Digital Fotoservice (Link klicken für 15€-Kennenlerngutschein. Evtl. ist die Aktion zeitlich begrenzt und nicht mehr verfügbar. Bei Erstellung dieses Artikels war sie noch verfügbar.)

Gleichzeitig soll dieser Beitrag als kleiner Fotobuch-Ratgeber für Interessierte dienen.

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Die Design-Software und das fertige Fotobuch

Hinweis: Das Fotobuch wurde mir von Saal-Digital vergünstigt zur Verfügung gestellt. Der Deal: Ich schreibe dafür einen öffentlichen Erfahrungsbericht. Was ich hiermit tue. Wohlgemerkt: Ich habe die Gegenleistung für einen Erfahrungsbericht erhalten. Nicht für Werbung. Auch wenn es aufgrund des überwiegend positiven Fazits danach aussieht. Aber es gibt in diesem Blogbeitrag auch Kritik. Ich vergleiche hier auch nicht mit anderen Anbietern. Möglich, dass andere Anbieter eine ebenso gute Leistung für weniger Geld bieten oder dass andere Anbieter genau dieselben Probleme haben, die hier angesprochen werden. Dennoch kann ich gleich zusammenfassen sagen: Bei Saal-Digital bekommt man wirklich sehr gute Leistung fürs Geld. Und gleich vorweg: Die Preise sind nicht nur für Profis, sondern auch für Privatkunden absolut erschwinglich.

 

Doch fangen wir von vorn an:

Meine Motivation, dieses Fotobuch zu erstellen, war Folgende:

Zum Vorzeigen meiner besten Arbeiten eignet sich eine Website, ein Facebook-Account, ein 500px-Album usw. nur bedingt. Trifft man sich mit einem potentiellen Kunden oder mit anderen Menschen im realen Leben, ist es gut, etwas „Reales“ vorzeigen zu können. Ein iPad mit Portfolio-App ist schon fein und bietet einige Vorteile (z.B. kann man es immer aktuell halten. Mehr dazu in einem anderen Blogeintrag später mehr). Aber es ersetzt nicht das Gefühl, ein Buch aus Papier in der Hand zu haben. Außerdem kann ich meinen Kunden dann gleich sagen: „Und wenn ihr von eurer Hochzeit ein Fotobuch haben möchtet, dann kann das in etwa so aussehen.“

Ganz konkret hatte ich noch eine weitere Motivation: Ich wollte dieses Buch auf ein Seminar mitnehmen, das ich besuchte, um es vielen Fotografenkollegen, die ich dort traf (ein Teil der Community um und inkl. Calvin Hollywood) zu zeigen. Wenn auf so einer Veranstaltung ein Fotobuch abhanden kommt oder beschädigt wird, ist der Verlust kleiner, als wenn das iPad Schaden nimmt. Außerdem hat das was freundlicheres, menschlicheres, finde ich.

Der Erstellungsprozess / die Software:

Als Mac-User kann ich nur aus eben dieser Perspektive beurteilen. Wie gut Benutzer von anderen (Betriebs)systemen von Saal Digital bedient werden, weiß ich nicht. Bitte berücksichtigt dies, wenn ihr diesen Beitrag lest.

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Linke Spalte zeigt Bilder im aktuellen Ordner inkl. Sternebewertung. Häkchen bedeutet „wurde schon im Buch verwendet“

Die Software „Saal Design Software“ (Download-Link), von mir getestet im Mai 2016 in der Version 4.0 mit Mac OS X 10.10.5 Yosemite, wird über Adobe AIR („Adobe Integrated Runtime“) installiert. Das heißt, es handelt sich um eine plattformunabhängige Lösung, im Prinzip eine Webanwendung, die per AIR lokal installiert wird. Das ist Vorteil und Nachteil zugleich. Der Vorteil liegt auf der Hand: Dieselbe Software wird auf allen unterstützten Plattformen (Betriebssystemen) verwendet. Das ist vor allem ein Vorteil für den Hersteller. Der muss nicht für verschiedene Plattformen unterschiedliche Programmversionen pflegen. Aus Anwendersicht ist das wohl eher ein Nachteil. Denn es fehlen betriebssystemspezifische Merkmale. Beim Mac z.B. das typische Mac Look-and-Feel. Direkter Zugriff auf meine Lightroom-Bildbibliotheken ist nicht gegeben. Ich muss die Bilder aus Lightroom erst exportieren, um sie dann in die Saal-Software zu importieren. Anscheinend kann die Software aber direkt auf die „Fotos“-Bibliothek auf dem Mac zugreifen, aber da ich die nicht nutze, ist das für mich nicht relevant. Auch die wichtigsten vom System angelegten Ordner sind direkt anwählbar: „Dokumente“ und „Bilder“ im User-Ordner. Aber wenn man die nicht nutzt, muss man durchs Dateisystem navigieren und die von Lightroom exportierten Bilder finden. Alternativ funktioniert auch Drag and Drop aus dem Finder, aber dann fehlt einem in der linken Spalte der SaalDesignSoftware die Übersicht, welche Bilder schon im Buch verwendet wurden und wie oft. Ein schönes Feature übrigens! Schön an dieser Übersicht: Auch die Sternebewertung aus Lightroom wird mit angezeigt.

 

Startet man die Software, wird man Schritt für Schritt zum Ziel geleitet. Zuerst die Produktgruppenauswahl (z.B. Fotobuch), dann die Konkretisierung (z.B. A4 quer, Innenseiten glänzend, außen matt). Auch Informationen über die Eigenschaften der Papiersorten und Oberflächen zeigt das Programm direkt an, wenn man auf das kleine „i“ klickt. So wird man schnell und übersichtlich zum gewünschten Ergebnis geführt. Das Ergebnis wird auf diese Weise vorhersehbar. Bei einem relativ teuren Fotobuch eine sehr wertvolle Eigenschaft!

Die Software bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Von vollautomatisch (Layout aus Vorgaben auswählen, Bildordner auswählen, den Button „Automatisches Befüllen“ drücken, und fertig ist das Fotobuch) bis vollmanuell (komplett leeres Fotobuch, keine Designvorlage, Bild- und Textrahmen sowie Text, Verzierungen, Bildschatten usw. einzeln manuell hinzufügen.

Ein guter Weg ist wie immer der Mittelweg: Man kann eine Designvorlage benutzen und sie nach eigenen Wünschen abändern, selbst Elemente plazieren, vorgegebene Elemente löschen und die Bilder (natürlich) manuell in die Bild-Rahmen einfügen, in der Reihenfolge und Zusammenstellung, die man haben möchte.

Bildeffekte

Bildeffekte

Es lassen sich Rahmen und Masken auf jedes Bild anwenden, ein Seitenhintergrundbild definieren, die Deckkraft ändern, auch einfache Bildeffekte sind vorhanden. Bei aller Verlockung sollte man es aber nicht übertreiben. Oft ist doch das Schlichte das, was nachher am besten ankommt.

Daher habe ich mich dafür entschieden, mein Fotobuch sehr simpel zu layouten. Fast auf jeder Seite ist ein seitenfüllendes Bild plaziert. ohne Rahmen, ohne Maske.

Bei einem Querformat-Buch hat man dann natürlich Probleme mit hochformatigen Bildern. Für diese habe ich mir jeweils etwas einfallen lassen, z.B. Kombination mit einem weiteren Bild auf derselben Seite, Benutzung eines Hintergrunds oder sogar dezente Deko-Elemente, die man bequem aus einem Clipart-Katalog auswählen oder natürlich auch importieren kann.

Schön: Die Software unterstützt den Benutzer bei kritischen Layoutfragen. Ist die Auflösung des Bildes groß genug für die geplante Darstellung im Buch? Sitzt der Rand des Bildes in einem Bereich, der evtl. bei der Produktion des Buches abgeschnitten wird? Diese Fragen beantwortet die Software sofort und klar.

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Layout-Hinweise und Qualitätsbeurteilung in Bezug auf die Druckgröße

 

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Beim Klick auf „Mehr Informationen“ wird ausführlich erklärt. Schön!

Die Bedienung ist insgesamt intuitiv. Auch wenn das „Look and feel“ nicht ganz Mac-typisch ist, wird sich auch ein eingefleischter Mac-Anwender relativ schnell in der Software zurechtfinden.

Die Stabilität der Software ist nicht ganz optimal. Einige Male zeigte mir die Software einen Fehlercode an („Es ist ein Fehler aufgetreten: 3003“ – oder so ähnlich), ohne dass ich gewusst hätte, was er bedeutete. Nach dem Klick auf „OK“ arbeitete das Progamm dann meist weiter, machte aber einen langsameren oder instabileren Eindruck. Also lieber schnell das Projekt speichern und die Software neu starten. Manchmal stürzte das Programm dann einfach ab. Gut dabei war, dass ich nie ungespeicherte Änderungen verloren habe. Ob ich dabei nur Glück hatte, oder ob das generell so ist, weiß ich nicht.

Dieses leichte Instabilität und generell das Gefühl, dass die Software nicht ganz „snappy“ reagiert, also etwas träger ist als andere Anwendungen, ist wohl auch ein Preis, den man für diese Art von plattformunabhängiger Software zahlen muss.

Das Projekt lässt sich jederzeit speichern. Etwas seltsam ist, dass immer beim Speichern nach einem Namen gefragt wird. Auch, wenn man schon längst einen vergeben hat. Man muss den alten Namen dann noch einmal bestätigen. Ein Klick mehr, der m.E. unnötig wäre (ich bin jemand, der während der Arbeit oft „Cmd-S“ (für Windows-User: „Ctrl-S“) drückt, um Änderungen zu speichern. „Just in case“.

Das aktuelle Projekt lässt sich jederzeit exportieren, zum einen als Saal-Digital-proprietärer Datencontainer (so hat man das Projekt als eine Datei an einem spezifischen Ort und kann das Projekt so bequem archivieren oder weitergeben), zum anderen als PDF-Vorschau. Auf diese Weise kann man das Projekt z.B. von jemandem reviewen lassen. Natürlich kann man optional auch ein Wasserzeichen auf jede PDF-Seite exportieren lassen. Hinweis: Das PDF taugt nicht zum Druck. Dazu ist es in einer zu niedrigen Auflösung. Natürlich will Saal Digital sich hier auch schützen, dass man die kostenlose Software fürs Layout benutzt und dann den Export woanders drucken lässt.

Kurz vor 18 Uhr: Der Chat ist offline.

Kurz vor 18 Uhr: Der Support-Chat ist offline.

Oben rechts gibt es eine auffällige grüne Schaltfläche namens „Chat“. Das heißt, Hilfe bei Problemen ist immer nur einen Klick entfernt? Nicht unbedingt. Wenn man sich abends an die Fotobucherstellung setzt, ist der Chat i.d.R. offline. Man kann dann eine Nachricht hineinschreiben, die per Mail von Saal-Digital weiterverarbeitet wird. Eine Antwort kommt i.d.R. am nächsten Werktag. Verständlich. Das Saal-Digital-Team will ja auch mal Feierabend machen. Auch tagsüber wird mir der Chat aber leider oft als offline angezeigt. Hier besteht noch Potential für besseren Kundenservice.

Noch ein paar Kleinigkeiten, die mir negativ aufgefallen sind (als Anregung fürs Saal-Digital-Team 😉 ):

– Standard-Tastaturshortcuts für Textformatierungen funktionieren nicht im Texteditor der Software (Cmd-B für fett usw.) – man muss die Buttons benutzen.

– Manchmal springt der Bildinhalt im Rahmen nach oben, wenn man die Grüße des Bildrahmens verändert. Sicherlich ein Bug.

– Die Software stürzt ab, wenn ich das Macbook Pro vom Thunderbolt-Monitor abdocke (macht man ja normalerweise auch nicht während der Arbeit, dennoch ärgerlich)

Auftrag

Am Ende des Erstellprozesses steht die Bezahlung (auch auf Rechnung nach Lieferung möglich) und der Upload des Projektes. Alternativ zum Upload kann man das Projekt auch per Post (z.B. auf CD gebrannt) einsenden. Unter gewissen Voraussetzungen ist diese Variante besser. Wer langsames Internet und ein sehr großes Projekt hat, wird diese Variante evtl. vorziehen.

In meinem Fall mussten einige 100 MB hochgeladen werden und der Upload stagnierte vor dem Ende. Durch einen kurzen Anruf bei Saal Digital versicherte ich mich, dass ich einfach erneut bestellen konnte, ohne dass mein Paypal-Konto doppelt belastet wird. Okay. Kleiner Stolperstein, aber nicht weiter tragisch.

Ist der Auftrag bei Saal Digital nach Upload und Eingeben von Lieferadresse, Rechnungsadresse und ggf. Abschluss des Bezahlprozesses eingegangen, öffnet sich automatisch eine Internetseite, auf der nahezu in Echtzeit der Produktions- und Versandstatus verfolgt werden kann. Super!

Das Buch

Am übernächsten Werktag wurde mir das (per DHL Express gelieferte) Buch zugestellt. Die Verpackung war hervorragend, das Buch hätte vermutlich auch sehr schwierige Transport- und Wetterbedingungen tadellos überstanden.

Die Qualität ist von ersten Eindruck her sehr hochwertig. Auch bei genauerem Hinsehen bestätigt sich das. Die folgenden Bilder habe ich nach meinem Seminarbesuch aufgenommen, nachdem das Buch durch mindestens 30 Hände ging, durchgeblättert und nicht unbedingt geschont wurde.

Die Farben (bei einigen meiner Projekte für mich sehr wichtig) haben mich sofort überzeugt. Obwohl ich aus Zeitgründen nicht die von Saal Digital angebotenen ICC-Profile fürs Soft-Proofing verwendet habe. Ich habe aufgrund eben dieser Bilder übrigens innen Hochglanzpapier gewählt. Obwohl ich eigentlich eher ein Pearl-Fan bin. Und ja, natürlich gibt es auf Hochglanzpapier schnell Fingerabdrücke. Besonders störend sind die in dunklen Bildbereichen. Mit Wegwischen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Also aufpassen!

Exzellente Farbwiedergabe, sogar ohne ICC-Profil

Exzellente Farbwiedergabe, Farbechtheit gut, sogar ohne ICC-Profil

Fingerabdrücke: Auf Hochglanz-Papier kaum zu vermeiden.

Details und Schärfe überzeugen ebenso. Wem es darauf ankommt, ist generell mit Hochglanzpapier auch besser bedient als mit mattem oder pearl-Papier.

Details und Schärfe überzeugen

Details und Schärfe überzeugen

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Bindung des Buches. Sie sollte stabil sein und komfortables Blättern ermöglichen. Beides ist hier der Fall. Und diese Bindung erlaubt es sogar, Bilder doppelseitig im Fotobuch zu plazieren, ohne dass das Bild in der Mitte einen allzu störenden Knick hat oder ein Streifen des Bildes nicht zu sehen ist, weil er in der Bindung verschwindet:

Die Bindung: Stabil und hervorragend zu blättern.

Mit dieser Art der Bindung sind auch doppelseitige Bilder problemlos möglich.

Auch nach intensivem Gebrauch des Buches auf dem Seminar hatte es keine abgestoßenen Ecken oder Knicke:

Stabile Ecken

 

Übrigens ein kleiner Tipp am Rande: Wer sich vor Fotobüchern scheut, weil sie keine bewegten oder interaktiven Inhalte wiedergeben können, wie z.B. Videos, Panoramatouren, Timelapse usw., kann auf QR-Codes zurückgreifen. Ein Screenshot im Fotobuch als Teaser, ein QR-Code mit dem Web-Link erzeugt mit einem der zahlreichen QR-Code-Generatoren im Internet und der QR-Code im Fotobuch plaziert, erlaubt es dem Betrachter, die virtuellen Inhalte ganz einfach per Smartphone oder Tablet anzusehen durch Scannen des Codes mit der Kamera am Gerät (entsprechende App vorausgesetzt, die den QR-Code interpretieren kann).

Tipp: QR-Codes helfen beim Übergang von der realen in die virtuelle Welt

Mein Fazit:

Das Saal Digital Fotobuch ist sein Geld wert. Natürlich schläft die Konkurrenz auch nicht. Anbieter wie Cewe, Pixum u.v.a. liefern sicherlich auch gute Qualität ab. Da ich diese aber noch nicht getestet habe, kann ich darüber nichts sagen. Für Interessierte, die in Zukunft öfter mal ein Fotobuch erstellen möchten, empfehle ich dringend, sich die kostenlose Software der verschiedenen Anbieter herunterzuladen und gegeneinander zu testen. Mit der Gestaltung des Fotobuchs verbringt man sehr viel Zeit (jedenfalls wenn man so ein Perfektionist ist wie ich), und da kann es sehr frustrierend sein, wenn man eine Software benutzt, die nicht gut zu bedienen ist.

Natürlich ist die Qualität des Buches auch sehr wichtig. Dennoch sollte man den Zufriedenheitsfaktor mit der Software nicht vernachlässigen.

1 comment

  1. Ich finde auch, dass Bilder gedruckt werden sollten!
    Saal bietet echt eine tolle Leistung für die Investition.
    Ich hab meine Erfahrungen auch in einem kleinen Artikel festgehalten.
    http://www.im-fokus.at/2016/10/28/test-fotobuch-von-saal-digital-mit-profi-upload/
    Was mich besonders reizt ist, dass Saal die genauen Abmessungen preisgibt und man so auch mit der eigenen Design-Software arbeiten kann und das Buch gestalten kann.
    Der Upload danach gestaltet sich auch als äußerst simpel 🙂
    So gesehen eine runde Sache von der Gestaltung über die Bestellung bis zum fertigen Buch 🙂

    liebe Grüße,
    – Christian

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